Angst vorm digitalen Kollegen?

Nehmen die Roboter bald meinen Mitarbeitern die Arbeit weg? Wie erkläre ich ihnen, dass das so gar nicht geplant ist? Wir haben immer wieder die Diskussion, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze kosten wird. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die sagen: „Nein, das stimmt gar nicht. Die Digitalisierung wird Arbeitsplätze FÖRDERN." Was stimmt denn nun?


Auch in diesem Fall ist es, wie es sich meistens darstellt: Die Wahrheit liegt nicht links oder rechts, die Wahrheit liegt in der Mitte. Überlegen Sie sich einmal: Was machen Sie denn mit der Digitalisierung? Ich bin jemand, der dafür propagiert, das zu automatisieren, was die Mitarbeiter immer wieder stupide jeden Tag aufs Neue machen müssen. So gibt es zum Beispiel in der Autoindustrie Roboter, die viele früher per Hand verrichtete Aufgaben erledigen. Der Mensch geht nur noch dahin, wo der Roboter noch nicht in der Lage ist, etwas zusammenzubauen. Genauso können Sie das prinzipiell bei allen anderen Berufen machen: Überall da, wo es die Möglichkeit gibt, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, kann man das tun. Warum denn nicht?

Die Aufgaben verlagern sich

Ich bin davon überzeugt, dass viele Tätigkeiten wegfallen werden. Wenn ich eine Tätigkeit durch einen Computer ersetze, dann muss ich ja keinen Menschen dransetzen, der das auch noch macht. Auf der anderen Seite brauche ich aber Menschen, die so etwas beispielsweise kontrollieren. Dann brauche ich ebenso Menschen, die so etwas bauen. Die Aufgaben verlagern sich einfach. Aus meiner Sicht ist genau das der Knackpunkt an der Stelle.

Beispiel Supermarkt

Amazon hat in amerikanischen Supermärkten eine Kassenabwicklung am Laufen, die es – wenn wir den Medien Glauben schenken wollen – demnächst auch bei uns in Deutschland geben soll: Man geht in den Markt, legt die Sachen in den Warenkorb und bekommt beim Rausfahren den Gesamtpreis des Einkaufs automatisch auf der Kreditkarte belastet. Im Supermarkt selbst wird dann nur noch jemand gebraucht, der die Regale wieder auffüllt. Schauen wir einmal auf Getränke- oder Süßigkeitenautomaten, haben diese an vielen Stellen ein Kiosk ersetzt und damit den Kioskbetreiber. Doch müssen auch diese Maschinen regelmäßig gewartet werden oder jemand muss nachschauen, wenn sich etwas verklemmt. Dazu benötigt man natürlich nicht hunderte Mitarbeiter, es reicht in der Regel einer.

So wird es auch zukünftig sein, dass bestimmte Stellen wegfallen und durch andere ersetzt werden. Nun ist ein Mitarbeiter im Supermarkt nicht gleichermaßen ein IT-Experte, der tatsächlich auch die Maschinen warten könnte. Er müsste umschulen. Darin liegt die große Befürchtung. So kommt man zu der Aussage, Digitalisierung kostet Arbeitsplätze.

Der zukunftsorientierte Ansatz

Wer sich damit beschäftigt, welche Aufgaben er noch machen kann oder auch, wo er bei seinen eigenen Prozessen etwas verbessern kann, hat einen guten Einstieg in eine zukunftsorientierte Haltung gefunden. Der hat schon den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Und bitte hängen Sie sich nicht daran fest, dass sich um uns herum alles immer schneller und schneller entwickelt. So schnell ist es nun auch wieder nicht, dass wir jetzt von heute auf morgen plötzlich alle Arbeitsplätze verlieren. Vielmehr ist es ein mittelfristiger Prozess.

Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, sich heute schon mal damit zu beschäftigen, was man noch alles tun kann. Beziehen Sie für diese Gedanken unbedingt Ihre Mitarbeiter ein. Fragen Sie diese gezielt nach deren Gedanken, Ideen. Denn sie sind diejenigen, die Arbeitsabläufe am besten kennen und dann ausführen. Gestalten Sie diesen Prozess MIT Ihren Mitarbeitern. Dann haben Sie sicherlich auch mehr Chancen, zum einen eine Akzeptanz dafür zu erreichen, dass Ihre Mitarbeiter diesen Weg auch mitgehen. Zum anderen haben Sie eine Unterstützung für den gesamten Prozess. Wenn Mitarbeiter eine Änderung selbst mitgestalten können und sie dort die Freiheiten bekommen, auch selbst mitzuentscheiden, dann haben Sie eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit und eine deutlich höhere Erfolgsquote, Ihr Unternehmen auch zukünftig MIT Digitalisierung UND Mitarbeitern in die Zukunft zu führen.

Wenn Sie selbst auch solche Ideen haben oder sich schon mal gefragt haben: „Hey, wie gehe ich denn eigentlich damit um? Wie mache ich das zukünftig in meinem Unternehmen, mit meinen Mitarbeitern?" oder: „Wie sieht eigentlich meine Strategie aus?", lassen Sie uns gerne sprechen. Schreiben Sie mir eine Mail. Ich melde mich bei Ihnen. Bleiben Sie neugierig!

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