Ende dem Silodenken

Erst kürzlich habe ich mit einem Kunden darüber gesprochen, wie denn die Zusammenarbeit seiner einzelnen Mitarbeiter ist. „Eigentlich grundsätzlich ganz gut, glaube ich“, war seine Antwort. Glauben kann man in der Kirche. Wissen muss man im Unternehmen.


Wir haben uns das daraufhin gemeinsam genauer angesehen und mit Mitarbeitern unterschiedlicher Abteilungen gesprochen. Dabei stellte sich ganz schnell heraus, dass es tatsächlich ein »Wir« und ein »Die« gibt: „Wir können nichts dafür, wenn dieandere Abteilung einen Fehler macht ...“ Da ist es, das Silodenken.

Wenn es um die Zukunft von Unternehmen geht, dann sollte mit »Wir« das Unternehmen gemeint sein und nicht eine abgeschlossene Abteilung. Dieses »Silothema« ist mittlerweile doch schon ausgelutscht? Ganz und gar nicht. Es ist zwar bekannt, dass es in vielen Unternehmen ein Siloproblem gibt und man weiß auch, dass man etwas dagegen tun muss, doch wird das Problem nur selten aktiv angegangen.

Zwei Fronten

Ich hatte mal ein sehr interessantes Change-Projekt. Da war auf der einen Seite der Fachbereich, der das Problem hat, und auf der anderen Seite die IT, die das Problem lösen soll. „Was will der Fachbereich denn da schon wieder? Wozu brauchen die das eigentlich? Wir könnten das doch ganz anders machen!“ waren die Aussagen der IT. Und aus Sicht der Technologie, die der IT zur Verfügung stand. „Ich weiß gar nicht, was die IT will. Die sollen doch nicht mitentscheiden. Wir haben doch das Problem und definieren, was gemacht werden soll. Die haben das einfach umzusetzen!“, war der Standpunkt des Fachbereichs. Ich war derjenige, der zwischen beiden vermitteln sollte. Der das Silodenken auflösen sollte.

Am Anfang steht die Aufklärungsarbeit

Die Mitarbeiter müssen verstehen, weshalb der andere sagt, was er sagt. Oder anders ausgedrückt: Die IT muss verstehen, wo das eigentliche Problem des Fachbereichs ist. Der Fachbereich muss sicherstellen, dass genau diese Information bei der IT ankommt, damit sie entsprechend weiterhelfen kann. Nur wenn es Klarheit darüber gibt, wie das eigentliche Problem aussieht, kann man auch eine gemeinsame Lösung finden. Dann ist es das »Wir« des gesamten Unternehmens. Da müssen wir hinkommen.

Voraussetzung dafür: Die Unternehmensführung bzw. die Bereichsleitung muss gemeinsam dahinterstehen. Und die Mitarbeiter dahingehend befähigen und motivieren, das zu tun. Wenn Sie aus dem Silodenken herausbrechen wollen – wenn Sie über den Tellerrand hinausblicken möchten – dann führt kein Weg daran vorbei, alle an einen Tisch zu bringen

Die Schritte im Überblick:

  1. Finden Sie eine klare Formulierung des Problems.
  2. Sie müssen wissen, wo Sie hinwollen.
  3. Als gemeinsames Team müssen Sie überlegen, wie Sie dorthin kommen. Jeder muss Ideen vorbringen dürfen. Stellen Sie diese Ideen nebeneinander und Sie werden verblüfft sein, wie viele neue Wege möglich sind.

Meist genügt es schon, wenn Sie:

  • die Mitarbeiter miteinander diskutieren lassen – ohne Vorbehalte,
  • über den Horizont hinausdenken – schaffen Sie dazu Grenzen ab, was die Führung aktiv »vorleben« muss,
  • in das Team aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen das Vertrauen haben, dass sie eine gemeinsame Lösung finden,

dann haben Sie gute Möglichkeiten, dieses Silodenken aufzubrechen.

Silos gehören in die Landwirtschaft und in die chemische Industrie – nicht aber in Unternehmen, wo Menschen miteinander arbeiten müssen.

Wie stehen Sie dazu? Wie erleben Sie es in Ihrem Unternehmen? Schreiben Sie mir gerne!

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