Nur wer Fehler macht, kommt voran

Sie haben heute alles richtig gemacht? Es ist nichts schiefgelaufen? Es hat alles reibungslos funktioniert? Dann kann ich Ihnen an dieser Stelle nicht gratulieren. Denn an diesem Tag haben Sie vermutlich nichts gelernt.


Leider werden hierzulande Fehler immer noch als negativ angesehen. Natürlich ist es mir persönlich auch lieber, Dinge richtig und nicht falsch zu machen, doch ist es an der Zeit, dass wir endlich umdenken. Nur wer Fehler macht, kann auch etwas lernen. Lernen bedeutet Neues zu begreifen, zu verstehen und zu verinnerlichen – und das geht nur, wenn man den Schritt aus der Komfortzone geht.

Die Welt außerhalb der Komfortzone

Die Komfortzone an sich ist etwas Schönes – hier weiß jeder genau, was ihn erwartet. Es ist ein kuscheliges Aktionsfeld, in dem man sich gut auskennt und weiß, was man machen muss und was passiert. Die Welt außerhalb unserer Komfortzone hält Neues bereit, das sowohl unser Arbeits- als auch Privatleben positiv beeinflusst. Nur wer es wagt, diese Welt zu erkunden, kann etwas lernen. Auf dieser Entdeckungsreise kann es durchaus vorkommen, dass gewisse Dinge schieflaufen, aber dann wissen Sie zumindest schon einen Weg, wie es nicht funktioniert. Sie kennen bestimmt die Geschichte des Erfinders Thomas Edison. Dieser hat hundert Wege gefunden, wie man eine Glühbirne nicht zum Glühen bringt, aber eben auch einen, wie es geht. In der heutigen Wirtschaftswelt haben wir zwar keine Zeit mehr, hundert Fehlversuche zu starten, aber wir müssen auch nicht unbedingt etwas erfinden, sondern möchten unsere Mitarbeiter und das Unternehmen weiterentwickeln. Das kann allerdings nur auf den Weg gebracht werden, wenn es erlaubt ist, aus der Komfortzone herauszutreten und Neues zu wagen, zu lernen und sich so zu entwickeln.

Wer war das?

Wenn man auf dem Weg ist, Neues zu lernen, muss man sich natürlich auch damit auseinandersetzten, dass es nicht auf Anhieb glatt läuft. Wenn ein Fehler passiert, die erste Frage lautet „Wer war das?“ und derjenige dann auch noch eins auf den Deckel bekommt, weil er nicht das erwartete Ergebnis liefert, dann bringt das am Ende niemanden weiter. Im Gegenteil – es wirft zurück. Konstruktive Aussagen wie „Brauchst du hierbei noch Unterstützung?“ oder „Kann ich noch etwas für dich tun?“ sind an dieser Stelle deutlich angemessener, um die Entwicklung zu fördern.

Größe zeigen

Neulich war ich auch privat davon betroffen. Mir wurde eine Rechnung geschickt, die falsch kalkuliert war; ich habe den Betrag auf der Rechnung bezahlt. Im Anschluss kam allerdings eine Mahnung, weil ich aufgrund eines Fehlers zu wenig zahlte. Daraufhin habe ich dort angerufen, um den Fehler aufzuklären und mitzuteilen, dass ich den mir schriftlich vorliegenden Betrag beglichen habe. Anstatt, dass der Fehler eingesehen wurde, wurde darauf beharrt, dass ich zusätzlich zu der Differenz auch noch die Mahngebühr zahlen muss. Fehler passieren, das ist Fakt – und sie zuzugeben ist manchmal sehr unangenehm. Aber aus Kundensicht ist es deutlich besser und menschlicher, wenn jemand sagt: „Es tut mir leid, ich habe an dieser Stelle einen Fehler gemacht. Ich werde diesen korrigieren.“ So zeigt man Größe und lernt, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Das kann nur gelingen, wenn im Unternehmen eine gewisse Fehlerkultur gelebt wird. Diese muss etabliert werden und sich durch alle Ebenen ziehen: vom Management bis hin zum Mitarbeiter. Vor allem Führungskräfte sind in der Pflicht, diese Fehlerkultur vorzuleben. Wenn sie ihre Mitarbeiter unterstützen und fördern, dann werden sie schnell ein effizientes und effektives Team haben, mit dem sie zukunftsorientiert agieren können.

Wenn Sie dieses Thema im Detail diskutieren möchten, dann rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir unter fragen@andredaus.com. Gemeinsam finden wir einen Weg, eine effektive Fehlerkultur in Ihrem Unternehmen zu etablieren.

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