Regulieren wir uns zu Tode?

Mit Sicherheit haben Sie festgestellt, dass viele Bereiche unseres Lebens überreguliert sind – ob im privaten oder Business-Bereich. Die Grenzen, innerhalb denen man agieren kann, werden immer enger. Seien es Dieselfahrverbote oder Datenschutzerklärungen. Es gibt Regulierungen, die an der entsprechenden Stelle nicht den Sinn und Zweck erfüllen, den sie eigentlich sollten.


Nehmen Sie zum Beispiel die Verbote für Dieselfahrzeuge in den großen Städten. Die deutsche Umwelthilfe ging vor Gericht und klagt das ein, was in gewissen Regulierungen zur Luftreinheit festgelegt wurde. Grundsätzlich ist das natürlich legitim, doch sind diese Messwerte überhaupt korrekt? Warum haben wir nur in Deutschland Fahrverbote und in anderen Ländern mit einem wesentlich höheren Verkehrsaufkommen darf jedes Auto durch die Stadt fahren?

Überregulierung führt zu Strafen

Werden Regulierungen nicht eingehalten, zieht das oft nicht unerhebliche Strafen nach sich. Aus diesem Grund sind viele Unternehmer vorsichtig und möchten sich auf allen Ebenen absichern. Es werden Anwälte und Rechtsabteilungen bemüht und auf die Einhaltung der Regulierungen bestanden. Denken Sie nur an die teilweise irrsinnigen Datenschutzbestimmungen. Sie müssen Einwilligen, dass Ihre Daten verwendet und verarbeitet werden dürfen – auch wenn Sie nur eine simple Anfrage stellen. Es reicht nicht, diese einfach nur auszufüllen und abzuschicken. In manchen Fällen müssen Sie unten auch noch ein Häkchen setzen, um sich mit der Datenverarbeitung einverstanden zu erklären, ansonsten bekommen Sie keine Antwort, aus Angst, man könne etwas falsch machen. Überregulierungen führen letzten Endes zu Unsicherheit. Schließlich landet eine Strafe, die aufgrund von Regulierungsverletzungen verhängt wird, gerne und schnell in der Presse – daraus entsteht oft ein erheblicher Imageschaden. Aus der Angst heraus, dass doch etwas schiefgeht, leiden am Ende die Kunden.

Überregulierung führt zu Verschwendung

Zuletzt wurde auch ich »Opfer« der Überregulierung. Ich habe für mich und meine Kinder ein Depot eröffnet. Der Bankangestellte wollte mir nach dem Abschluss alle Unterlagen mitgeben. Ich kenne den Inhalt dieser Dokumente natürlich und habe teilweise sogar daran mitgearbeitet und sagte ihm, wenn es nötig ist, könne er mir die Unterlagen gerne auf dem elektronischen Weg zusenden. Es folgte der »große Auftritt« der Überregulierung. Aufgrund dieser war der Bankmitarbeiter dazu verpflichtet, mir die Dokumente in Papierform mitzugeben oder diese im Nachgang zu mir nach Hause zu schicken. Und zwar für jedes Depot einzeln. Ich hatte nun also einen breiten Ordner voll mit den gleichen Papieren – eine Auswirkung der Überregulierung, die kostbare Ressourcen verschwendet.

Nutzen Sie den gesunden Menschenverstand

Der Wunsch nach Regulierungen ist groß – denn diese sind bequem und nehmen einem das Denken ab. Man muss sich nicht mit bestimmten Dingen auseinandersetzen, sondern macht es einfach regelkonform. Heutzutage stellt man zum Beispiel lieber ein »Parken-verboten-Schild« auf, anstatt den Menschen selbst das Denken zu überlassen, ob es denn Sinn macht, jetzt hier auf dem Bürgersteig zu parken oder ob man nicht besser den Parkplatz 10 Meter weiter nutzen sollte. Auf dem Weg zur Überregulierung geht der gesunde Menschverstand verloren. Ich plädiere daher dafür, ob im privaten oder geschäftlichen Bereich, sich auf seinen gesunden Menschenverstand zu verlassen. Überlegen und entscheiden Sie mit Verstand, wie Sie bestimmte Prozesse aufstellen, wie Sie mit Situationen, Kunden und Mitarbeitern umgehen und welche Maßnahmen an welcher Stelle wirklich sinnvoll sind. Wenn man sich an diese Ordnung hält, kommt man mit deutlich weniger Regulierungen aus.

Wenn Sie gerne mit mir über das Thema Überregulierung diskutieren möchten, dann schreiben Sie mir unter [email protected], rufen Sie mich an oder vereinbaren Sie einen Termin.

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