Wenn’s wieder dauert und dauert ...

Es gibt einfach zu viele Entscheider. Es dauert Ewigkeiten, bis eine Entscheidung getroffen wird. Kennen Sie das auch? Und fragen Sie sich: Wie kann ich schneller entscheiden? Wie kann ich effizienter entscheiden? Wie kann ich überhaupt eine Entscheidung treffen?


Ich erlebe das in Unternehmen immer wieder: Je größer sie sind, desto länger sind die Entscheidungswege. Warum ist das so? Schaut man sich in Unternehmen um, ist es überhaupt kein Problem, jemanden zu finden, der Verantwortung hat. Was aber heißt Verantwortung überhaupt? Im Militär ist der mit den meisten Streifen am Arm und den größten Schulterklappen derjenige mit der größten Verantwortung. Umso wichtiger fühlt der sich auch. Und desto wichtiger ist er häufig auch – gerade in Projekten. Der Projektmanager ist also der mit den meisten Schulterklappen. Eine in Projekten immer wieder sehr gerne genommene Aussage ist: „Nein, da mag ich jetzt aber nicht entscheiden. Das das soll lieber jemand anders machen. Aber ich bin der Verantwortliche.“ In der Unternehmenswelt hindert das das Unternehmen daran, voran zu kommen. Denn: Je länger ein Entscheidungsweg ist, desto länger braucht es, um etwas umzusetzen. Diejenigen, die es nachher umsetzen sollen, warten nämlich auf die Entscheidung. Und wenn die nicht getroffen wird, passiert am Ende ... gar nichts.

Warum ist das immer noch nicht fertig?

Dass die Führungsetage fragt, warum etwas immer noch nicht fertig ist, ist eine Sache. Es wäre nur halb so schlimm, wenn die Kunden das nicht auch merken würden. Denn auch dieser fragt sich, warum eine scheinbar simple Sache nicht einfach umgesetzt wird. Ich glaube, das hat etwas mit Psychologie zu tun. Wir leben in einem Land, in dem Fehler nicht gerne gemacht werden. Und auch nicht gerne gesehen werden. Eine Fehlerkultur ist in Deutschland immer noch nicht wirklich weit verbreitet. Es wird weiterhin versucht, alles richtig zu machen. Auf der einen Seite ist der Anspruch, Qualität liefern zu wollen, auch ganz hervorragend. Auf der anderen Seite darf nicht vergessen werden, wie fatal es gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit werden kann, wenn eine Entscheidung zu lange herausgezögert wird.

Tu es oder tu es nicht

Eine Lösung muss gefunden werden für ein Problem, eine Entscheidung muss her. Wie trifft man jetzt eine solche Entscheidung? Wir sollten es generell halten wie Yoda in Star Wars: „Es gibt kein Versuchen. Tu es oder tu es nicht.“ Auf unser Unternehmensproblem bezogen bedeutet das: Entscheide oder entscheide nicht. Als Projektleiter habe ich zu entscheiden. Punkt. Und wenn meine Entscheidung jemand infrage stellt, habe ich das zu vertreten. Wenn ich nicht entscheide, bin ich der falsche Mann in dieser Position. Wenn ich schnell entscheiden will und meine Mitarbeiter damit betraut und ihnen die Verantwortung gegeben habe, dann muss ich sie auch entscheiden lassen. Und ich muss diese Entscheidungen auch einfordern. Das dürfen auch mal unbequeme Entscheidungen sein.

Gerade neulich hatte ich einen Fall, wo es darum ging, dass in einem bestimmten Zeitraum zwei Dinge erledigt werden mussten. Jetzt war es aber so, dass diese Dinge nicht an einem Ort gemacht werden konnten. Das eine war in Hamburg und das andere war in München. Jetzt versuchen Sie mal, eine Person gleichzeitig in Hamburg und München vor Ort zu haben. Solange das Beamen nicht erfunden wird, geht das nicht. Meine Empfehlung lautet immer: Ihr macht nur eines. Entweder Hamburg oder München. Wenn ihr die Entscheidung trefft – und den Mittelweg geht, um beides zu machen –, dann geht das schief. Entweder ist Hamburg oder München damit unzufrieden. Ihr könnt nicht an beiden Orten gleichzeitig sein. Da gibt es auch keine andere Alternativlösung. Das heißt, in dem Fall musste entschieden werden, welcher Ort als erstes dran ist. Klingt einfach, war es jedoch für die Beteiligten erst mal nicht.

Wie kommen Sie jetzt zu schnellen, klaren und effektiven Entscheidungen?

  • Stecken Sie klare Rahmenbedingungen
  • Nennen Sie die Probleme
  • Und dann entscheiden Sie

Und wenn die Entscheidung für einen bestimmten Personenkreis negativ ist, dann argumentieren Sie entsprechend und stehen Sie hinter der Entscheidung. Nichts ist fataler, als wenn Sie Verantwortung tragen und nicht hinter der Entscheidung, die Sie selbst getroffen haben, stehen. Denn letzten Endes müssen es die Mitarbeiter im Projekt wieder ausbaden. Machen Sie das mehrfach hintereinander, wird sehr schnell das Vertrauen in Sie als Entscheider sinken und verschwinden.  

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